Aus dem Delmenhorster Kreisblatt vom 23. Juni 2006

Soziales Engagement und Eigenverantwortung

Realschule an der Holbeinstraße setzt neues Schulgesetz um

Bereits nach den Sommerferien erhält die Deichhorster Schule den

Status „Eigenverantwortliche Schule“.

Von Tina Spiecker

Delmenhorst. Was für viele Schulen in ganz Niedersachsen demnächst eine große Umstellung

bedeutet, ist für die Realschule an der Holbeinstraße bereits seit über einem Jahr tägliche Praxis.

Als Delmenhorsts einzige Pilotschule der Landesregierung erproben die Deichhorster Schüler und

Lehrer seit März 2005 das auf drei Jahre angelegte Projekt der „Eigenverantwortlichen Schule“.

Damit erhält die Schule unter Leitung von Martin Kortz bereits nach den Sommerferien den Status

„Eigenverantwortliche Schule“, andere Schulen können frühestens im nächsten Jahr diese

Bezeichnung tragen. „Die Grundidee ist, dass die Qualität schulischer Arbeit nachhaltig verbessert

wird, was auch eine Antwort auf Die PISA-Studie ist“, sagt Kortz. Zum Konzept gehöre, dass die

Schule ein Budget bewirtschafte und von einer Schulinspektion beurteilt werde. Teil des

Pilotprojektes sei es auch, dass Umfragenergebnisse zum Schulprofil, die von Schülern, Lehrern

und Eltern stammen, festgehalten werden. Bereits die zweite dieser Dokumentationen fand gestern

im Computerraum der Schule statt. „Das geht hier in der Schule per Internet. Die Eltern werden

schriftlich kontaktiert“, erklärte Kortz. Dabei würden unter anderem Fragen zum Schulklima, zum

Lernen und Lehren sowie zum Management gestellt werden. Als besonderen Vorteil nennt Kortz

die qualifizierte Weiterbildung des Organisationsteams und der Schulleitung durch die

Bertelsmann-Stiftung.

Dass die Schule in ihrem Profil viel Wert auf Solidarität und Toleranz legt, zeigt die Teilnahme am

gestrigen „Sozialen Tag“: Anstatt die Schulbank zu drücken, arbeiteten 280 von den rund 500

Schülern der fünften bis zehnten Klasse für den guten Zweck. Ob bei dem Nachbarn im Garten, in

Omas Haushalt, in der Fahrradwerkstatt oder im Kaufhaus: Der erarbeitete Lohn geht direkt an den

Verein „Schüler Helfen Leben“, der wiederum Jugend-Projekte im Kosovo, in Bosnien und

Rumänien unterstützt. Seit drei Jahren und damit seit Bestehen des „Sozialen Tages“ unterstützt die Realschule an der Holbeinstraße diese Arbeit.

 

Schülerinnen arbeiten während des Sozialen Tags bei Inkoop

Frischeabteilung anstatt Klassenzimmer: Anh-Tuyet Nguyen, Svenja Voßmann, Carina Eickworth

(von links) arbeiteten gestern in der Inkoop-Filiale an der Oldenburger Straße zu Gunsten des

Vereins „Schüler Helfen Leben“. Fotos: Andreas Nistler