Schulprogramm als pdf-Datei

 

Bitte beachten Sie für die vollständige Ansicht der folgenden Seite den Scrollbalken rechts.

 

Inhaltsverzeichnis (mit Links auf die Textstellen versehen)

- Grußwort

- Vorwort

- Wer wir sind

- Unser Leitbild

- Methodenkompetenz der Schülerinnen und Schüler

- Methodenkompetenz der Lehrerinnen und Lehrer

- Projekte Umwelt

- Ganztagsschule

- Nachwort

- Fortschreibung des Schulprogramms Schj 04/05

- Leitlinien für Sicherheits- u. Gewaltpräventionsmaßnahmen

Grußwort

Allen Mitgliedern des Kollegiums, die das hier vorgelegte Schulprogramm der Realschule an der Holbeinstraße in Delmenhorst entwickelt haben, und allen weiteren Personen und Einrichtungen, die mit Ratschlägen, Daten und anderen Impulsen zum Gelingen dieses Schulprogramms beigetragen haben, spreche ich als Schuldezernent der Stadt Delmenhorst meine Anerkennung für dieses aus einem Pilotprojekt entwickelte Schulprogramm und meinen Dank für die geleistete Arbeit aus.

Das Bildungswesen allgemein und speziell auch die Schulen stehen immer wieder im Fokus öffentlicher Diskussionen. Für die einzelnen Schulen ist es da sicher sinnvoll und hilfreich, die selbst gesetzten Ziele und die geplanten Wege, auf denen diese Ziele erreicht werden sollen, zu entwickeln und für die nächste Zeit zu formulieren. Faire Kritik und realistische Verbesserungsvorschläge kann man dann leicht in dieses Programm und dessen Fortschreibung einordnen.

Ich freue mich, dass im Rahmen der Erarbeitung des Schulprogramms auch bereits ein Leitbild der Realschule an der Holbeinstraße entwickelt worden ist, das im Eingangsbereich der Schule schon "verkündet" worden ist.

Ich wünsche und hoffe, dass das Schulprogramm und das Leitbild hilfreich für die weitere Arbeit der Schule zum Wohle der Schülerinnen und Schüler vieler Jahrgänge und zum Wohle der Stadt Delmenhorst sein wird.

 

Delmenhorst, im April 2003

Friedrich Hübner

Stadtrat

-zurück-

 

Vorwort

Unser Schulprogramm beschreibt auf der Grundlage der staatlichen Rahmenvorgaben und des Entwicklungszustandes unserer Schule eine zielgerichtete und selbst verantwortete Weiterentwicklung und soll einer Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung unserer Unterrichts- und Erziehungsarbeit dienen. Es beinhaltet die innerschulische Verständigung über Ziele, Inhalte und Wege der schulischen Arbeit und verpflichtet alle Kolleginnen und Kollegen, die im Schulprogramm festgelegten Aussagen und Forderungen zu erfüllen. Somit können wir uns als eine handlungsfähige pädagogische Einheit erfahren, unsere Gemeinsamkeit stärken und größere Sicherheit und Transparenz bei der täglichen Arbeit erreichen.

Die vorliegende erste Fassung unseres Schulprogrammes ist während der vom Kultusministerium initiierten Pilotphase "Schulprogrammentwicklung und Evaluation" entstanden, an der sich unsere Schule als Pilotschule beteiligt. Es basiert entscheidend auf den vielfältigen Entwicklungs- und Veränderungsprozessen, die wir schon vor Beginn der Pilotphase zur Schulprogrammentwicklung eingeleitet haben.

Eine mit Beginn der Pilotphase gegründete Steuergruppe (acht Kolleginnen und Kollegen) hat die zielgerichtete Arbeit am Schulprogramm mit kontinuierlicher Unterstützung von Schulentwicklungsberatern geleistet. Sie ist entscheidend von umfangreichen Datenerhebungen durch Befragung von Eltern und Schülerinnen und Schülern und von den Ergebnissen der ersten Phase der wissenschaftlichen Begleitforschung der Hochschule Vechta beeinflusst worden. Vielfältige fachliche und pädagogische Diskussionen sind im Kollegenkreis angeregt, neue Initiativen ergriffen und Fortbildungsveranstaltungen durchgeführt worden, die dann nach einer Konsensbildung im gesamten Kollegium zur Festlegung von vier Entwicklungsschwerpunkten geführt haben. Sie sollen unsere Schulentwicklung entscheidend bestimmen, was nicht ausschließt, dass wir auch gleichzeitig für Entwicklungs- und Veränderungsprozesse auf anderen Gebieten offen sind.

Die Steuergruppe wird die begonnenen Entwicklungs- und Veränderungsprozesse weiterhin koordinieren, Impulse aufnehmen und ihrerseits Initiativen ergreifen. Dabei muss das Verhältnis zwischen schulprogrammatischer Zielsetzung und deren Umsetzung mit anerkannten Verfahren der Überprüfung regelmäßig reflektiert werden, so dass unser Schulprogramm immer einer Fortschreibung bedarf und deshalb mit dieser Fassung nicht beendet ist.

-zurück-


Wer wir sind und was wir tun

Wir schreiben zwar ein Schulprogramm, aber das heißt nicht, dass wir alles, was bisher gut und erfolgreich war, verändern wollen.

Immerhin gibt es diese Schule nun fast fünfzig Jahre. Eine Besonderheit ist die ausführliche und mittlerweile sehr umfangreiche Schulchronik, in der Jahr für Jahr die wichtigsten Ereignisse, die Höhepunkte im Jahresverlauf und die großen Veränderungen im Schulleben festgehalten worden sind und festgehalten werden.

In diesem halben Jahrhundert ist von vielen Kolleginnen und Kollegen gute Arbeit geleistet, sind viele Jahrgänge hoffnungsvoller junger Menschen ins Arbeitsleben oder zum Besuch weiter führender Schulen entlassen worden. Wir freuen uns jedes Jahr am zweiten Freitag nach Schuljahresbeginn, einige von ihnen wieder zu sehen, wenn der Freundeskreis der Realschule an der Holbeinstraße das Ehemaligentreffen ausrichtet. Es ist mittlerweile zur Institution geworden.

Die Überschüsse aus dem Getränkeverkauf werden der Schule für besondere Anschaffungen zur Verfügung gestellt. Bei unserer Finanznot kommt uns das sehr gelegen!

Wir Lehrkräfte hören dann gern, dass dieser Schule immer wieder bescheinigt wird, dass man hier viel Nutzbringendes gelernt habe und gut auf die Arbeitswelt bzw. die Sekundarstufe II vorbereitet worden sei.

Schon immer hat diese Schule auf Leistung geachtet. Bei allem Spaß und allem Verständnis für Jugendliche fordern wir Leistung ein, ohne die eine Schule ihrem Auftrag unserer Meinung nach nicht gerecht werden kann.

Wir meinen, dass ein solides Grundwissen die Basis für Spezialisierungen jeder Art ist. Deshalb versuchen wir über die Stundentafel hinaus allen Klassen in den drei Langfächern Deutsch, Englisch und Mathematik vier Wochenstunden zu erteilen. Dadurch können die für jedes Lernen benötigten Kompetenzen entwickelt werden, ohne die Schülerinnen und Schüler die gegenwärtige Informationsflut nicht bewältigen könnten.

In einer Reihe von Fördermaßnahmen versuchen wir erhebliche Defizite im sprachlichen Bereich besonders bei Aussiedlern und Ausländern zu verringern, zum Teil geschieht das sogar im Einzelunterricht.

Auf der anderen Seite wollen wir auch die Kreativität unserer Schülerinnen und Schüler fördern. In unregelmäßigen Abständen veranstalten wir deshalb unsere sogenannten Kreativitätstage, an denen klassen- und jahrgangsübergreifend künstlerische, spielerische und sportliche Aktivitäten stattfinden.

Zum Glück haben wir seit einigen Jahren wieder eine Musiklehrerin, die mit großem Einsatz arbeitet, Wahlpflichtkurse erteilt und die musikalischen Talente unter unseren Jugendlichen zu Tage fördert, so dass unsere Abschlussfeiern und andere besondere Anlässe wieder musikalisch umrahmt werden können.

Eine Kollegin hat sich im Bereich Theater und Schule fortgebildet und arbeitet ebenfalls im Wahlpflichtbereich. Auch sie trägt mit den Ergebnissen ihrer Arbeit dazu bei Veranstaltungen zu bereichern.

So werden in jedem Jahr unsere neuen Schülerinnen und Schüler in der Aula mit einem kleinen Theater- und Musikprogramm begrüßt, das von diesen beiden Kolleginnen und ihren Schülergruppen dargeboten wird.

Viele institutionalisierte Veranstaltungen lockern das Schuljahr auf. Zum Halbjahr, wenn der Stundenplan wegen der epochal erteilten Fächer umgestellt wird, führen wir Sporttage durch. Die Parallelklassen wetteifern in verschiedenen Disziplinen und Spielen miteinander und ermitteln einen Jahrgangssieger.

Regelmäßig veranstalten die Klassen mit ihren Klassenlehrern die sogenannten Klassentage. Sie dienen der Entwicklung einer guten Klassengemeinschaft und werden auf ganz unterschiedliche Art durchgeführt. Besichtigungen in der näheren Umgebung finden statt, Radtouren werden unternommen, sportliche Aktivitäten durchgeführt, gemeinsam wird gekocht und gegessen, Lesenächte mit anschließendem gemeinsamen Frühstück werden erlebt.

Klassenfahrten sind bei uns in Klasse 8 und Klasse 10 üblich. Trotz aller Schwierigkeiten und Unwägbarkeiten bei solchen Unternehmungen sind viele Klassenlehrer doch noch bereit, dieses Wagnis auf sich zu nehmen, weil wir alle um den pädagogischen Wert solcher Veranstaltungen wissen.

Die Schule beteiligt sich häufig an außerschulischen Aktivitäten und Wettbewerben. So haben wir z. B. gemeinsam mit der Bundeswehr geholfen, das Gebiet der Großen Höhe zu säubern, und auch bei der Aktion "Saubere Stadt" wurden Müll und Unrat gesammelt.

Unsere SV führt immer wieder Sammlungen für aktuelle Notfälle durch. Im Schuljahr 2002/03 ist z. B. der Erlös vom Verkauf von belegten Brötchen einem Kindergarten gespendet worden, der vom Elbehochwasser besonders betroffen war.

Seit Jahren bekommt ein türkisches Mädchen aus dem vom Erdbeben betroffenen Gebiet eine monatliche finanzielle Unterstützung, die dazu beiträgt, diesem Kind Schulbesuch und Ausbildung zu ermöglichen.

Viele Schülerinnen und Schüler haben am Sozialen Tag 2002 teilgenommen. Der erarbeitete Verdienst dient der Unterstützung von Jugendprojekten auf dem Balkan.

Seit Jahren schon haben wir einen Schulkiosk. Eine Lehrkraft betreut ihn und erledigt den Einkauf, alles andere leisten Schüler/innen in eigener Regie. Vom Erlös hat die Kiosk-Gruppe einen Radiorecorder gekauft, so dass in den Pausen Musik gehört werden kann. Aus den Überschüssen finanzieren wir auch die Geldpreise für die drei Klassen, die beim Wettbewerb "umweltfreundliche Klasse" am besten abgeschnitten haben.

Dieser Wettbewerb bezieht sich auf die getrennte Entsorgung des Mülls in den Klassenräumen, alle Klassen sind zur Teilnahme verpflichtet. Ebenso ist es Pflichtaufgabe für alle Klassen, nach Unterrichtsschluss ihre Klasse zu fegen. Dazu wird ein wöchentlich wechselnder Ordnungsdienst eingeteilt.

Die Klassen haben das Recht ihre Klassenräume selbst zu gestalten; manchmal geschieht das auch in eigener Arbeit mit der Hilfe von Eltern, Lehrern und dem Hausmeister. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Schülerinnen und Schüler pfleglicher mit ihren Räumen umgehen, wenn sie selbst daran gearbeitet haben.

Eine ganz wichtige Aufgabe sehen wir in der Vorbereitung auf das Berufsleben. In Klasse 9 erleben die Jugendlichen in zwei vierzehntägigen Betriebspraktika den Unterschied zwischen Schule und Beruf. Nicht selten ist das Ergebnis eines solchen Praktikums die Erfahrung, dass der Wunschberuf nicht so ist, wie man sich ihn vorgestellt hat. Schnuppertage, Besuche beim BIZ in Oldenburg, Stunden mit der Berufsberaterin, Teilnahme am Girls´Day und Eignungstests runden die Berufsorientierung ab. Eine Partnerschaft mit den Armstrong-DLW-Werken in Delmenhorst soll die Zusammenarbeit Schule/Wirtschaft gewährleisten.

Durch großzügige Spenden ist es oft möglich, dass wir uns Sonderwünsche erfüllen konnten. Die LZO sorgte und sorgt für Musikinstrumente und Möbel, die Allianz ermöglichte uns den GEVA-Test für die 10. Klassen - an dieser Stelle sei ihnen noch einmal herzlich gedankt.

Die institutionalisierten Projekte sind an anderer Stelle beschrieben, so dass hier nur festgestellt werden soll, dass auch in diesem Bereich eine Menge getan wird.

Seit Jahren führen wir alternative Schulfeste durch. So fuhren wir mit dem Rad zum gemeinsamen Picknick. Wer nicht radeln konnte, wurde gefahren. Viele Eltern waren beteiligt; sie bildeten Ansprechposten für Notfälle unterwegs und halfen beim Transport.

Wiederholt haben wir unsere Wattwanderung durchgeführt. Unter der Leitung sachkundiger Wattführer von Neßmersiel nach Baltrum oder - je nach Tide - von Baltrum nach Neßmersiel arbeiteten wir uns durchs Watt. Diese Schulveranstaltung ist immer anstrengend, aber sie bereitet allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern Vergnügen, das schon auf dem Parkplatz vor dem Delfina beginnt, wenn dort die Busse aufgereiht stehen, die dann mit dreihundertfünfzig Personen an die Nordseeküste fahren!

Wenn wir also ein Schulprogramm schreiben und auch erfüllen wollen, so geschieht das um viele Dinge klarer zu benennen und deutlicher zu verabreden. Mit all den genannten Aktivitäten stellt unsere Schule schon ein Schulprogramm dar; nicht starr, sondern den aktuellen Gegebenheiten angepasst, jederzeit veränderbar und immer wieder in Frage gestellt. Wir hängen nicht unreflektiert an alten Mustern, sondern haben die Bereitschaft uns neu zu orientieren und zu überprüfen. Das wird in unserem Schulprogramm dokumentiert.

Die Arbeit am Schulprogramm hat schon einige konkrete Ergebnisse gebracht.

Das Kollegium hat Richtlinien zur Mappenführung erarbeitet, die für alle Fächer gelten.

Wir haben unsere Schulordnung überarbeitet. Bei der Einschulung wird sie den Schülerinnen und Schülern mit einer Vertragsseite ausgehändigt. Dieser Vertrag wird vom Schulleiter, der Schülersprecherin, dem Schüler oder der Schülerin und einem Erziehungsberechtigten unterschrieben. Wir hoffen, dass dadurch die Regeln besser eingehalten werden. Wir werden die neue Schulordnung in diesem Jahr evaluieren.

Neu ist auch, dass die Fachkonferenzen stärker als bisher die verbindlichen Standards für die einzelnen Fächer verabreden. Zwar haben wir bisher auch schon Vergleichsarbeiten geschrieben und Unterrichtsmaterial ausgetauscht, die Standards helfen jedoch allen, den Unterricht so zu gestalten, dass bestimmte Leistungsansprüche an alle Schülerinnen und Schüler zu stellen sind.

Neben den fächerbezogenen Standards wird auch festgelegt, welche Lernmethoden in welchem Schuljahr verstärkt eingeübt werden sollen. Dadurch wird das Projekt "Das Lernen lernen" in Klasse 7 erweitert. Wir halten die Lernkompetenzen für ausgesprochen wichtig, denn ohne deren Kenntnisse ist es nicht möglich sinnvoll und erfolgreich zu lernen.

Alternative Unterrichtsformen wie Projekt- und Wochenplanarbeit oder das Lernen an Stationen rücken mehr in den Mittelpunkt, zumal wir seit dem Schuljahr 2002 den Einstieg in die Ganztagsschule gewagt haben. Unsere 7. Klassen müssen an zwei Nachmittagen am Unterricht teilnehmen, an zwei weiteren Nachmittagen wird eine Reihe von Arbeitsgemeinschaften angeboten, zu denen sich die Schülerinnen und Schüler für ein halbes Jahr anmelden. In den Stundenplan integriert sind Arbeits- und Übungs- sowie Förderstunden, in denen Lehrkräfte gezielte Einzelhilfe leisten können.

Durch die Einstellung einer Sozialpädagogin und einer weiteren Lehrkraft, die uns beide mit der Hälfte ihrer Stunden zugeordnet sind, gelingt es uns besser, alternative Unterrichtsmethoden und -formen stärker als bisher in den Unterricht zu integrieren.

Nicht zuletzt hat die Arbeit am Schulprogramm auch dazu geführt, dass wir ein Leitbild entwickelt haben, hinter dem alle Kolleginnen und Kollegen, die sonstigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schule, alle Eltern sowie die Schülerinnen und Schüler stehen.

Dieses Leitbild, das im Eingangsbereich der Schule nach dem Entwurf einer Schülerin gestaltet wurde, ruft uns neben der täglichen Arbeit immer wieder die Grundsätze unseres Handelns ins Bewusstsein.

Unser Leitbild  -zurück-

Methodenkompetenz der Schülerinnen und Schüler

Wir vermitteln durch moderne Unterrichtsarbeit ein sicheres Grundwissen sowie Schlüsselqualifikationen.

(aus dem Leitbild unserer Schule)

Wenn wir von "Methodenkompetenz erweitern" sprechen, meinen wir vor allen Dingen jene Methoden, die zu den unter dem Begriff "Schlüsselqualifikationen" bzw. "Basiskompetenzen" zusammengefassten Fähigkeiten führen und eine zentrale Bedeutung erlangt haben.

Dazu gehören verschiedene Fähigkeiten: z. B. Probleme erkennen und lösen, Verantwortung übernehmen, im Team arbeiten und kooperieren sowie Konflikte lösen bzw. ertragen können.

Die Bereitschaft und die Fähigkeit zu lebenslangem Lernen ist Voraussetzung für eine positive Gestaltung der eigenen Zukunft. Deshalb ist es wichtig, die Schüler nicht nur mit Fachwissen zu konfrontieren, sondern ihnen das nötige Instrumentarium für das selbstständige Lernen zu vermitteln. Für Letzteres verwendete Unterrichtszeit ist nicht verschwendet, auch wenn das Fachwissen nicht im Vordergrund der Unterrichtsarbeit steht. Ein erweiterter Lernbegriff, der die Vermittlung von Fachkompetenz und Methodenkompetenz sinnvoll miteinander verknüpft, ist Grundlage dieses Ansatzes (Bezug H. Klippert, Methodentraining, Weinheim/Basel 1994)

Inhaltlich-fachliches Lernen bezieht sich auf Wissen, Verstehen, Erkennen, Urteilen.

Für das methodisch-strategische Lernen wollen wir unsere Schülerinnen und Schüler mit folgenden Fähigkeiten und Fertigkeiten ausstatten:

•  sinnentnehmendes bzw. verstehendes Lesen beherrschen,

•  einen Text gliedern und Strukturen erkennen können,

•  aus Wörterbüchern, Lexika, aus Graphiken, Zeichnungen, Tabellen usw. die wesentlichen Informationen entnehmen können (Lesekompetenz),

•  Informationen beschaffen, einordnen und bewerten können, dabei inner- und außerschulische Informationsquellen nutzen,

•  einen Sachverhalt in ganzen Sätzen zusammenhängend formulieren können,

•  zu einem Sachverhalt spontan Ideen entwickeln und äußern können (Brainstorming),

•  selbstständig ein Problem von verschiedenen Seiten beleuchten und eigene Schlussfolgerungen ziehen können,

•  freien Vortrag, schriftliche Ausarbeitung, Plakat, Wandzeitung, szenische Darstellung usw. als Präsentationsarten nutzen können,

•  mit Arbeitsmitteln und Materialien sachgemäß umgehen können,

•  Unterrichtsmappen sachgemäß und kontinuierlich (entsprechend unserer Vereinbarung über Mappenführung) führen können.

 

Für das sozial-kommunikative Lernen wollen wir unsere Schülerinnen und Schüler mit folgenden Fähigkeiten und Fertigkeiten ausstatten:

•  sich gegenseitig zuhören können,

•  Verständnisfragen stellen können,

•  kommentieren und Rückmeldungen geben können,

•  Sachzusammenhänge mit eigenen Worten wiedergeben können,

•  sachbezogen argumentieren können,

•  in ganzen Sätzen formulieren können,

•  frei reden können,

•  Ergebnisse angemessen präsentieren können.

Affektives Lernen bezieht sich auf die Persönlichkeitsbildung und beinhaltet Fähigkeiten und Fertigkeiten, die für die Schlüsselqualifikationen Konfliktlösung, Problemerkennung und -lösung sowie für die Übernahme von Verantwortung relevant sind:

•  eigene Standpunkte und Interessen formulieren und vertreten können und dabei auch die Rechte und Interessen des Gesprächspartners berücksichtigen,

•  Mehrheitsentscheidungen respektieren können,

•  gemeinsam gefundene Lösungen, z. B. die der Streitschlichter, akzeptieren können,

•  Bereitschaft entwickeln, sich für die Allgemeinheit, z. B. in der Streit-Schlichter-Gruppe oder als Klassensprecherin bzw. als Klassensprecher, zu engagieren,

•  sich besonderen Anforderungen nicht entziehen, d. h. Aufgaben und Verantwortung übernehmen.

 

-zurück-

 


Methodenkompetenz der Lehrerinnen und Lehrer

Wir vermitteln durch moderne Unterrichtsarbeit ein solides Grundwissen sowie Schlüsselqualifikationen.

(aus dem Leitbild der Schule)

Wir wollen unsere Methodenkompetenz verbessern.

Dass Schülerinnen und Schüler zum großen Teil in einer völlig anderen Umwelt heranwachsen als ihre Lehrerinnen und Lehrer, ist nichts Neues, erfordert aber für unser schulisches Handeln, dass wir uns dieser Tatsache stellen. Dass wir mit unserer Lehrerausbildung der gesellschaftlichen Entwicklung immer noch "hinterher hinken", ist ebenso nichts Neues. Wir versuchen aber, diese negativen Voraussetzungen mit verschiedenen Mitteln zu kompensieren. Ein Mittel ist es, wenn wir unsere Methodenkompetenz erweitern.

Lehrkräfte werden ohne hinreichende Weiterbildung mit neuen Entwicklungen konfrontiert und aufgefordert, ihnen Rechnung zu tragen, ohne dass die zuständigen Stellen materiell bzw. inhaltlich ausreichend Hilfe anbieten. Deshalb ist es nötig, innerhalb des Kollegiums nach eigenen Wegen zu suchen.

Aufbauend auf bisherigen Modellen wollen wir unser methodisches Repertoire erweitern, um das Lernen im Unterricht effizienter zu gestalten. Wir sind uns bewusst, dass wir ohne eine kontinuierliche, geplante Fortbildung unserem Bildungsauftrag nicht gerecht werden können.

Einiges haben wir schon erreicht, z.B. ein Computertraining, an dem das Kollegium je nach Kenntnisstand geschlossen teilgenommen hat. Das ist ein Anfang, aber ein Lehrgang reicht natürlich nicht aus, um alle Defizite auszuräumen. Unser Ziel ist, dass sich alle Kolleginnen und Kollegen in den nächsten Jahren im Bereich der Neuen Medien so weiterbilden, dass der Computer und das Internet zu ebenso üblichen Unterrichtsmitteln werden wie ein Schulbuch.

Zu unserer täglichen Arbeit gehört auch die Fähigkeit bestimmte Lern- und Erziehungsdefizite zu erkennen und zu behandeln. Zur Entwicklung eines sinnvollen Förder- und Forderungskonzeptes brauchen wir die Diagnosefähigkeit des Kollegiums, um Schülerinnen und Schülern gezielte Hilfen und Anleitungen geben zu können. In diesem Bereich besteht ein sehr großer Fortbildungsbedarf, der vom gesamten Kollegium gestaltet und als vordringlich angesehen werden muss und auch wird.

Um gemeinsam festgelegte Unterrichtsziele zu erreichen, müssen wir bestimmte Lernmethoden bei unseren Schülerinnen und Schülern trainieren. Die Fachkonferenzen können z. B. nach einer Erprobungsphase festlegen, für welche Themen sich welche Methode sehr gut eignet und entsprechende Vorschläge erarbeiten bzw. sogar Festlegungen treffen. Anhand der festgelegten Standards lässt sich die Effektivität bestimmter Methoden überprüfen.

Vergleichsarbeiten, Feedback aus verschiedenen Fächern oder schulinterne Wettbewerbe können solche Überprüfungen darstellen, die Rückschlüsse auf die Wirksamkeit bestimmter Methoden erlauben und helfen, eine sinnvolle Auswahl zu treffen.


Ein wichtiges Unterrichtsziel ist die Kompetenz zur Selbststeuerung des Lernens. Dazu ist es erforderlich, dass die Lehrkraft aus ihrer Rolle der frontal Unterrichtenden mehr und mehr in die Rolle des Moderators schlüpft. Neben die Rolle des Instruierenden für die zentrale Aufgabe der Wissensvermittlung treten Funktionen der Lernberatung und der Diagnose.

Jeder Einzelne muss die Verpflichtung bekommen, sich mithilfe neuerer Fachliteratur fortzubilden. Der Ort der Überprüfung sind wieder die Fachkonferenzen bzw. Jahrgangskonferenzen.

Hospitationen und ein Forum, in dem jeder Arbeitsmaterial, Aufsätze und wichtige Fachliteratur vorstellen kann, sind weitere Möglichkeiten für den Einzelnen in diesem Bereich weiter zu arbeiten.

Gruppenarbeit ist die Grundlage um Team- und Kommunikationsfähigkeit zu erwerben. Es ist nicht einfach Gruppenarbeit zu bewerten, da die Anteile des Einzelnen am Gesamtergebnis oft schwer zu messen sind. Hier ist es nötig, dass sich die Fachkonferenzen mit der Fachliteratur auseinander setzen und für ihre jeweiligen Fächer verbindliche Richtlinien entwickeln.

Es ergeben sich drei Konsequenzen, die auch das Ergebnis der Arbeitstage im Februar 2002 gewesen sind:

- Jede Lehrkraft ist verpflichtet sich mit der neuen Fachliteratur zu beschäftigen.

- Die Arbeit in den Fachkonferenzen muss intensiviert werden.

- Ein Fortbildungsprogramm muss im Kollegium abgestimmt und durchgeführt werden.

-zurück-


Projekte

Die Arbeit in Projekten erweitern

Unser Leitbild betont die Notwendigkeit des ganzheitlichen Lernens durch alternative Unterrichtsmethoden. Dazu gehört die Arbeit in Projekten, da durch diese Form der Teamarbeit verantwortungsbewusster und fairer Umgang miteinander, eigenständiges Lernen und Kreativität gefördert und vermittelt werden. Die Auswahl der Themen erfolgt unter dem Gesichtspunkt, Aspekte aus dem Lebensraum der Schüler und Schülerinnen aufzunehmen und vielfältig zu beleuchten, um dadurch Lebenshilfe geben und Lebensstrategien entwickeln zu können. Aus diesem Grund ist eine Reihe von Projekten oder projektorientierten "Programmen" institutionalisiert worden.

Methode, Organisation und Präsentation der Projekte sind je nach Thema und Klassenstufe unterschiedlich. Sie werden ständig evaluiert um die Arbeit so erfolgreich wie möglich zu gestalten.

Klasse 7

Lernen lernen

Die Zielsetzung dieser Einheit ist u. a. das Erkennen des eigenen Lerntyps sowie das Kennenlernen von Lernhilfen und Lerntipps, um dadurch selbstständige Lernstrategien entwickeln zu können. Da das Erreichen dieses Ziels eine Voraussetzung für Lernerfolg ist, wird dieses Projekt im ersten Halbjahr des siebten Schuljahres durchgeführt. Die erworbenen Methoden müssen in den folgenden Schuljahren im Unterricht intensiviert und trainiert werden.

SIGN-Projekt

Seit einem Jahr nimmt unsere Schule an diesem Projekt zur Selbstfindung, Persönlichkeitsentwicklung und Gewaltprävention teil. Dieses Vorhaben zielt auch auf die verstärkte Mitarbeit von Eltern.

Klasse 8

Gesunde Ernährung

Die Entscheidung für dieses Thema ergibt sich aus der Tatsache, dass bei vielen Kindern keine Kenntnisse über ausgewogene Ernährung vorhanden sind. Es soll erreicht werden, dass die Problematik einer Mangelernährung verdeutlicht wird, um dadurch eine Verhaltensänderung der Essgewohnheiten bei den Schülern und Schülerinnen zu erreichen. Bisher hat sich dieses Projekt über zwei oder drei Tage erstreckt, wobei den Klassen Gelegenheit gegeben wurde selbst Mahlzeiten zuzubereiten. Die Mitarbeit einer Ernährungsberaterin ist empfehlenswert.

Gewaltprävention

Unsere Schule gehört zu den Vorreitern im Bereich der Kriminalprävention und führt seit Jahren ein selbst entwickeltes Projekt durch.

Die Zielsetzung dieses Projektes ist der gewaltfreie Umgang miteinander. Die Schülerinnen und Schüler lernen Strategien kennen, um Konflikte gewaltfrei zu lösen. Dieses Projekt wird von zwei geschulten Kolleginnen mit Unterstützung des Kriminalpräventiven Rates klassenweise unter Einbeziehung der Klassenlehrer durchgeführt.

In der Schule gibt es eine Schüler-Streit-Schlichter-Gruppe, die dazu beiträgt Konflikte zu lösen. Sie besteht aus Schülern und Schülerinnen verschiedener Jahrgangsstufen, die von einer Kollegin geschult und betreut werden.

Klasse 9

Betriebspraktika

Die neunten Klassen führen zwei vierzehntägige Betriebspraktika durch, die der Berufsfindung dienen und es ermöglichen sollen, ein kleines Stück der Berufswelt kennen zu lernen. Die Schülerinnen und Schüler werden dabei von ihren Fachlehrerinnen in Arbeit/Wirtschaft betreut und müssen einen detaillierten Bericht über das Praktikum verfassen.

Klasse 10

Aids

Im Rahmen der vom Kultusministerium vorgeschriebenen Unterrichtseinheit "Aids" wird die Thematik fächerübergreifend in Biologie und GSW behandelt. Dieses aktuelle Thema soll in das Projekt "Liebe und Sexualität" integriert werden. Durch die inhaltliche Erweiterung wollen wir eine Sensibilisierung und einen offeneren Umgang mit bisher eher tabuisierten Themen wie sexuellem Missbrauch und Homosexualität erreichen. Damit unterstützen wir die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler zu toleranten und weltoffenen Mitmenschen. Auch hier sollten außerschulische Institutionen wie Pro Familia, Aids - Hilfe usw. beratend beteiligt werden.

Energie

Energie ist die Basis unseres Lebensstandards.

Die Schüler und Schülerinnen sollen die Notwendigkeit erkennen, dass bei wachsendem Energiebedarf von immer mehr Menschen wegen der Endlichkeit fossiler Energieträger und zur Vermeidung möglicher Klimaveränderungen die Verbrennung von Kohle, Erdölprodukten und Erdgas eingeschränkt, die regenerativen Energieträger zunehmend genutzt und möglichst rationelle Energieverwendungen erreicht werden müssen. Gleichzeitig sollen sie die notwendige Einsicht zum Energiesparen gewinnen und zu entsprechendem Handeln im privaten Bereich und in der Schule veranlasst werden, wodurch auch ein Beitrag zur Gestaltung einer umweltfreundlichen Schule geleistet wird.

Das Projekt wird fächerübergreifend in Physik und Chemie durchgeführt. Es soll versucht werden, auch andere Fächer wie z. B. Biologie, Sozialkunde, Erdkunde und Arbeit/Wirtschaft und außerschulische Institutionen (z. B. EWE) sowie die Besichtigung technischer Anlagen zur Energiegewinnung einzubeziehen.

-zurück-

 


Umwelt

Wir sind eine umweltfreundliche Schule

In unserem Leitbild haben wir das Prinzip der umweltfreundlichen Schule verankert und bemühen uns, dieser Maxime auch im Alltag gerecht zu werden.

Es gehört zu den Aufgaben der Schule, bei jungen Menschen das Bewusstsein für ihre Umwelt zu wecken und ihre Bereitschaft zu einem verantwortungsvollen Umgang mit allen Ressourcen zu stärken.

Unsere Schülerinnen und Schüler erhalten bei der Anmeldung ein Umweltmerkblatt ausgehändigt, in dem unsere Anstrengungen zur Müllvermeidung, unsere Forderung umweltverträgliche Materialien zu benutzen und sparsam mit Energie umzugehen enthalten sind. Dieses Merkblatt wird jährlich von der Umweltbeauftragten der Schule überarbeitet und ergänzt.

Schulinterne Datenerhebungen sorgen dafür, dass uns der sinnvolle Umgang mit Energie regelmäßig ins Bewusstsein gerufen wird.

Unsere Heizungsanlage wird nach dem Stundenplan gesteuert, nur die Räume werden beheizt, die auch genutzt werden. Sonnenkollektoren liefern die notwendige Energie für einen Teil des Warmwasserkreislaufes. Unsere Beleuchtungsanlage ist so angelegt, dass bei einem bestimmten Luxwert die Lampen in den Klassenräumen ausgeschaltet werden. Dadurch ergibt sich eine erhebliche Stromeinsparung.

Beide elektronischen Steuerungen werden durch eigene Maßnahmen ergänzt, indem jede Klasse einen Energiemanager wählt. Er achtet darauf, dass während der Pausen das Licht ausgeschaltet wird, die Türen geschlossen bleiben und nach Unterrichtsschluss Fenster und Türen geschlossen werden.

In den Klassen wird der Müll getrennt gesammelt und am Freitag beim Hausmeister abgegeben. Auch im Schulkiosk wird die Mülltrennung und -vermeidung praktiziert. Die Kolleginnen und Kollegen achten nachhaltig auf die Einhaltung der Verabredungen.

In der Eingangshalle stehen ständig Behälter für die Entsorgung von Korken, Druckerpatronen und CD-Roms bereit, die auch von zu Hause mitgebracht werden können.

Einen Anreiz zur Mülltrennung und Energieeinsparung bietet unser Wettbewerb. Am Ende eines jeden Schuljahres erhalten die drei besten Klassen Geldprämien für die Klassenkasse.

Wir haben uns entschieden in Klasse 10 ein besonderes Umweltprojekt durchzuführen, das in den Fächern Physik und Chemie angesiedelt ist. Dieses Projekt beschäftigt sich mit der Energiegewinnung und dem Energieverbrauch. Hier arbeiten wir mit außerschulischen Institutionen zusammen.

Eine Umwelt-AG hat mit der Umgestaltung des Schulhofes begonnen, Beete angelegt, Wände begrünt und Flächen entsiegelt. Hier muss in den nächsten Jahren weiter gearbeitet werden.

Der Umweltgedanke durchzieht viele Unterrichtsfächer, besonders die Naturwissenschaften, aber auch Fächer wie Deutsch und GSW, ebenso alle Klassenstufen. Das Kollegium ist aufgefordert mehr als bisher fächerübergreifend zu arbeiten.

-zurück-


Ganztagsschule

Die Ganztagsschule entwickeln

Die erheblichen gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte müssen auch Konsequenzen für die inhaltliche und organisatorische Gestaltung unserer Schule haben. Wir wollen deshalb unsere Schule mit Beginn des Schuljahres 2002/2003, aufsteigend ab Klasse 7, zur Ganztagsschule entwickeln, weil

•  Ganztagsangebote eine umfassendere pädagogische Betreuung und Erziehung unserer Schülerinnen und Schüler ermöglichen,

•  Ganztagsangebote eine bessere Verteilung und Vertiefung des Unterrichtens und Lernens ermöglichen,

•  Ganztagsangebote die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern.

Grundkonzeption

Im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben sollen

•  zwei Pflichtnachmittage mit insgesamt vier Stunden zusätzlich pro Klasse angesetzt werden, wovon eine Stunde auf die Verfügungsstunde beim Klassenlehrer zur Wahrnehmung erzieherischer und organisatorischer Aufgaben entfällt.

•  drei Stunden je Klasse als Förder- bzw. Arbeits-/Übungsstunden eingeplant werden zum Ausgleich von Leistungsdefiziten in Deutsch, Englisch und Mathematik und zum Anfertigen der Hausaufgaben. Diese Stunden werden im Stundenplan parallel gelegt und nach Möglichkeit von Fachlehrern aller Fächer besetzt, so dass die Schülerinnen und Schüler nach individuellem Bedürfnis am Förderunterricht teilnehmen und bei den Hausaufgaben fachgerechte Hilfe erhalten können.

•  zwei freiwillige Nachmittage mit je zwei Stunden Arbeitsgemeinschaften aus dem sportlichen, musischen oder technischen Bereich - möglich sind auch zeitlich begrenzte Projekte verschiedenster Art - angeboten werden. Diese Arbeitsgemeinschaften sollen zu einem sinnvollen und kreativen Freizeitverhalten anleiten, die sozialen Fähigkeiten fördern und insgesamt die Persönlichkeitsentwicklung positiv beeinflussen, aber auch die Öffnung von Schule und Unterricht zum außerschulischen Umfeld ermöglichen. Die tatsächliche Einrichtung bestimmter Arbeitsgemeinschaften soll sich nach der Interessenlage der Schülerinnen und Schüler nach der Ausschreibung verschiedenster Angebote richten. Mit den für die Arbeitsgemeinschaften zur Verfügung stehenden Budgetmitteln soll jeweils die größtmögliche Zahl an Angeboten verwirklicht werden. Die Anmeldung zu einer Arbeitsgemeinschaft verpflichtet nach einer "Schupperphase" von vierzehn Tagen zur regelmäßigen Teilnahme für ein halbes Jahr.

Kooperation mit der Hauptschule

Die Ganztagsangebote sind besonders geeignet, Kontakte und Beziehungen zwischen Schülerinnen und Schülern verschiedener Schulformen zu ermöglichen und zu verstärken. Deshalb soll eine Kooperation mit der benachbarten Hauptschule erfolgen

•  mit einer gemeinsamen Arbeitsgruppe, die die Organisation einer gemeinsamen Mittagspause und die Arbeitsgemeinschaften sowie die materiellen Anforderungen an den Schulträger koordiniert,

•  mit einer gemeinsamen Mittagspause und Angeboten für ein Mittagsessen für Schülerinnen und Schüler beider Schulformen,

•  mit Angeboten zur individuellen Freizeitgestaltung in der restlichen Mittagspause, an der Schülerinnen und Schüler beider Schulformen teilnehmen können,

•  mit Angeboten von Arbeitsgemeinschaften für Schülerinnen und Schüler beider Schulformen.

Schulsozialarbeit

Wir sehen mit der Möglichkeit des Einsatzes einer sozialpädagogischen Fachkraft eine Bereicherung und Unterstützung unserer pädagogischen Arbeit.

Sie unterstützt

•  die Integration von Schülerinnen und Schülern durch Beratung, Betreuung und Weitervermittlung,

•  die Planung und Realisierung von Konfliktlösungsstrategien,

•  die Präventionsarbeit,

•  die Vermittlung von Hilfen außerschulischer Institutionen,

•  die Ausbildung und Arbeit des Streit-Schüler-Schlichterausschusses,

•  die Zusammenarbeit zwischen Elternschaft und Kollegium,

•  die Zusammenarbeit von Realschule und Hauptschule

und macht Freizeitangebote für die Mittagspause und den AG-Bereich.

Arbeitsgruppe Ganztagsschule

Zur kritischen Begleitung und Weiterentwicklung wird eine Arbeitsgruppe eingesetzt, zu der Mitglieder des Kollegiums und die Schulleitung gehören. In einer ersten Bestandsaufnahme mit den Erfahrungen der Einführungsphase ist vorrangig zu prüfen,

•  ob die Grundkonzeption mit zwei Pflichtnachmittagen und zwei freiwilligen Nachmittagen beibehalten oder ob eine Verschiebung zugunsten der Pflichtnachmittage erfolgen soll,

•  ob die gegenwärtige Stundenplangestaltung sinnvoll ist,

•  ob die gegenwärtige Hausaufgabenpraxis der Belastbarkeit der Schülerinnen und Schüler entspricht und sie beim Anfertigen der Hausaufgaben individuelle Unterstützung erfahren,

•  ob und wie eine größere Zahl von Schülerinnen und Schülern zur Teilnahme an den freiwilligen Arbeitsgemeinschaften gewonnen werden kann,

•  wie Eltern und Schülerinnen und Schüler bei der Weiterentwicklung zur Ganztagsschule eingebunden werden können.

-zurück-

 

 

Manfred Janssen, Schulentwicklungsberater der Bezirksregierung Weser-Ems
Franz Wester, Arbeitsstelle Schulreform, DIZ, Universität Oldenburg

Ein Nach - Wort
von den Beratern und Begleitern der Steuergruppe und kritischen Freunden der Schule

Was bleibt am Ende noch zu sagen neben den guten Wünschen für das weitere Gelingen der Vorhaben und unserem Dank an die Beteiligten für die Kooperationsbereitschaft und Offenheit gegenüber den Beratern. In Erinnerung bleiben wird die Aufgeschlossenheit und Neugierde gegenüber Inhalten und Methoden, die von den Mitgliedern der Steuergruppe ausgingen. Als typisch für den Prozess wird auch das persönliche Engagement des Schulleiters in Erinnerung bleiben, das Schulprogramm als zentrales Instrument zur Bündelung von Initiativen in der Schule zu nutzen und nicht als eines von vielen Einzelprojekten zu sehen. Das ist nicht selbstverständlich.

Wir haben eine Steuergruppe begleitet, die konsequent mit hohem Arbeitsaufwand ihr Ziel verfolgt hat, die den Aktivitäten zur Erreichung des Zieles eher zugeneigt war als der systematischen Reflexion, die der Kultur der Schule treu geblieben ist, die sich nie so weit vom Kollegium gelöst hat, dass das Band gerissen ist, das für eine vertrauensvolle Kommunikation notwendig ist.

Angesichts der aktuellen strukturellen Neuorientierung im Schulsystem ist das Risiko hoch, dass die Dokumentation der Entwicklungsvorhaben in einem Schulprogramm zu einer Festschreibung der Situation wird. Der in dem Programm doch eher vorsichtig beschriebene Weg des Wandels muss gepflegt werden. Dem Wandel ist Stetigkeit zu geben, nicht dem Programm. Es ist das Instrument, mit dem die Schule ihre Qualität sichern und weiterentwickeln kann, das Schulprogramm ist nicht das Ziel der Entwicklung selbst. Wichtig ist also der Prozess, der folgt. Und dafür hat die Steuergruppe selbst die Voraussetzungen geschaffen. Sie hat sich in einer bemerkenswert guten Atmosphäre in der personellen Besetzung so weit erneuert, dass der Prozess mit neuen Kräften weitergehen kann, aber auch Kontinuität über Personen gesichert ist. Auch das ist ein wichtiger Schritt für die Integration der Programmarbeit in das gesamte Kollegium. Die ausscheidenden Mitglieder tragen die Ergebnisse und die Erfahrungen in das Kollegium, in den Alltag zurück. Die neuen Mitglieder gestalten den Kommunikationsverlauf in die andere Richtung. Das ist vermutlich der beste Weg der Vermittlung. Über informelle Kontakte finden Ideen am ehesten Verbreitung und Akzeptanz.

Bei aller Bedeutung aktueller und zukünftiger Notwendigkeiten sollte eines nicht vergessen werden: Man muss die Feste feiern, wenn sie fallen. Das sollten die Lehrkräfte und alle Beteiligten kräftig tun. Wir gratulieren zum Gelingen des ersten Schrittes, ohne den alle anderen kaum möglich sind. Und wir gratulieren dazu, dass die Vorsorge für die notwendigen Folgeprozesse getroffen ist. Die Realschule an der Holbeinstraße hat Profil gezeigt. Sie hat ihren Beitrag zur Gestaltung der Bildungslandschaft in Delmenhorst geleistet. Es spricht alles dafür, dass das auch in Zukunft so sein wird.

-zurück-

 

Fortschreibung des Schulprogramms Schj. 04/05

Wer wir sind und wie wir wurden

Wir unterrichten nun wieder 5. und 6. Klassen nach der Auflösung der OS zum Schuljahr 04/05. Mit der Hauptschule teilen wir uns das ehemalige OS-Gebäude, in dem zurzeit unsere 5. und 7. Klassen untergebracht sind.

Eine Anzahl neuer Kolleginnen und Kollegen ist unserer Schule zugeordnet worden. Unsere Steuergruppe ist auf zwölf Mitglieder angewachsen.

Wir können jetzt den musisch-kulturellen Bereich nach Stundentafel unterrichten, deshalb ließen wir die Kreativtage zugunsten anderer Projekte wegfallen.

Inzwischen nehmen alle Klassen am Ganztagsangebot teil. Um die Teilnahme an der Mittagsverpflegung in der Mensa zu fördern, bleiben alle Schülerinnen und Schüler der fünften bis achten Klassen während der Mittagsfreizeit auf dem Schulgelände, eine Ausnahme ist nur nach schriftlichem Antrag der Eltern möglich.

Seit Beginn des Schuljahres 05/06 nehmen wir am Projekt Eigenverantwortliche Schule teil, das uns die nächsten Jahre beschäftigen wird.

Projekte
Klasse 6

„drop + hop", ein Projekt zur Suchtprävention

Mit diesem Projekt soll eine Altersgruppe erreicht werden, die an der „Nahtstelle" zwischen Kindheit und Jugend steht, an der sie neben vielen anderen neuen Anforderungen des Erwachsenenwerdens auch die Vermeidung der Nutzung von Suchtmitteln erlernen soll. Die Schülerinnen und Schüler sollen Sachinformationen über Drogen und Sucht erhalten und sich mit alterstypischen Entwicklungsaufgaben und -problemen, dem Erkennen von Gefühlen, Umgang mit Gefühlen, Gruppendruck und Nein-Sagen und dem Verhältnis von Mädchen und Jungen auseinandersetzen.
Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit der Delmenhorster Drogenberatungsstelle durchgeführt.

Ganztagsschule

Grundkonzeption

Um einen größeren Schülerkreis an die Inhalte der vielfältigen Arbeitsgemeinschaften heranzuführen, müssen alle Schülerinnen und Schüler an zwei halbjährigen Arbeitsgemeinschaften nach eigener Wahl bis zum Ende des ersten Halbjahres des zehnten Schuljahres teilgenommen haben. Darüber hinaus besteht für jede Schülerin und jeden Schüler im fünften oder sechsten Schuljahr die Verpflichtung zur Teilnahme an einem halbjährigen Grundkurs in Informatik.

Leitlinien für Sicherheits- u. Gewaltpräventionsmaßnahmen

Aus unserem Leitbild

Wir unterstützen und bestärken unsere Schülerinnen und Schüler in ihrer Entwicklung zu selbstbewussten, toleranten und weltoffenen Menschen. Daneben erziehen wir zu einem fairen, gewaltfreien und kritischen Verhalten.

 

I Präventionsmaßnahmen

  • Den Schülerinnen und Schülern muss bewusst sein, dass bei Gewaltanwendung, diskriminierendem Verhalten und diskriminierender Ausdrucksweise und beim Handel und Gebrauch von Drogen von Seiten der Schule eindeutig und nachdrücklich reagiert wird. Entsprechende Reaktionen bis hin zu Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen erfolgen zeitnah.
  • Die Schülerinnen und Schüler sollen dazu ermutigt werden, sich in Problemsituationen einer Lehrkraft, der Beratungslehrerin, der Sozialpädagogin oder der Schulleitung anzuvertrauen.
  • Die Eltern und die Schülerinnen und Schüler sind aufgefordert, ihnen bekannt gewordene Fälle von Gewalttaten oder diskriminierendem Verhalten und von Drogenhandel und Drogenkonsum der Schule mitzuteilen. Derartige Informationen können auch anonym erfolgen.
  • Lehrkräfte, die Beratungslehrerin und die Sozialpädagogin informieren sich gegenseitig über auffällig gewordene Schülerinnen und Schüler. Wenn Schülerinnen und Schüler der Haupt- und Realschule in Konfliktsituationen beteiligt sind, bezieht sich die gegenseitige Informationspflicht auch auf die Lehrkräfte der beiden Schulen, die dann eine entsprechende Vorgehensweise verabreden.
  • In dem jährlich im 8. Jahrgang durchzuführenden Projekt zur Gewaltprävention sollen die Schülerinnen und Schüler Strategien zur gewaltfreien Konfliktlösung kennen lernen.
  • Abhängig von den Finanzierungsmöglichkeiten soll versucht werden, jährlich im 6. Jahrgang Wen-Do- und Akidokurse mit externen Trainern durchzuführen.
  • Projektangebote des kriminalpräventiven Rats des Schulträgers zur Gewaltprävention sollen nach Möglichkeit angenommen werden.
  • Die Ausbildung des Schüler-Streit-Schlichterausschusses wird durch die betreuende Lehrkraft kontinuierlich fortgesetzt und soll angemessen zur Konfliktlösung beitragen.
  • Die Erziehungsberechtigten sind verpflichtet, die Schule bei Fehlen wegen Erkrankung oder aus anderen Gründen bereits am ersten Tag des Fehlens telefonisch oder persönlich zu informieren. Sie müssen der Schule spätestens am dritten Tag eine schriftliche Entschuldigung übergeben.

 

 

II Maßnahmen bei einem akuten Gewaltvorfall

  • Beenden der Gewalttat, soweit das realisierbar ist, ggf. Dritte zu Hilfe rufen (in dringenden Fällen auch die Polizei).Für die Sicherheit des Opfers in der akuten Situation sorgen.
  • Verhindern, dass die gewalttätige Auseinandersetzung fortgesetzt wird (z. B. Heimwegbegleitung für das Opfer).
  • Befragung der Beteiligten durch die anwesende Lehrkraft und Stellungnahme zum Geschehen. Schriftlichen Bericht anfertigen (unbedingt Namen der Beteiligten u. von Zeugen festhalten).
  • Information an die Lehrkräfte und die Erziehungsberechtigen der direkt Betroffenen.
  • Sicherung der Fakten, die zu der weiteren Aufarbeitung der Falles notwendig sind (schriftliche Berichte der Beteiligten).
  • Prüfung, ob das Verfahren zur Verhängung von Erziehungs- u. Ordnungsmaßnahmen einzuleiten ist; ggf. zeitnah das Verfahren einleiten.
  • Prüfung, ob gemäß Erlass Anzeige zu erstatten ist.

 

zum Inhaltsverzeichnis

 

sign-Projekt Delmenhorst Wetter